Ausleitungsmethoden im Überblick

Es ist nicht einfach, aufgenommene Schwermetalle wieder los zu werden bzw. diese aus dem Organismus auszuscheiden. In diesen Artikel stellen wir die verschiedenen Möglichkeiten vor.

Wenn Du Dir die oberen Abschnitte durchgelesen hast, ist Dir wohl klar geworden, dass wir alle irgendwie mit Schwermetallen zu kämpfen haben.

Manche mehr manche weniger. Doch das ist kein Grund zu verzweifeln, denn es gibt eine Reihe effektiver Ausleitungsmethoden, die Deinem Körper die Chance geben, diese Giftstoffe so weit wieder auszuscheiden, dass keinerlei Symptome mehr auftreten. Folgende Ausleitungsmethoden solltest Du unbedingt kennen:

Fasten

Es gibt viele verschiedene Arten des Fastens. Egal, für welche Fastenkur du dich entscheidest: Du reduzierst in jedem Fall für mehrere Tage oder gar Wochen deine Nahrungszufuhr auf ein Minimum.

Organe wie z.B. die Leber stehen wegen unserer ständigen Nahrungsaufnahme unter Dauerbelastung, was das Aussortieren der Giftstsoffe erschwert. Während einer Fastenkur wird Dein Organismus nur mit dem Nötigsten versorgt und Deine Leber hat genug Zeit, selbst zu entgiften.

Paul C. Bragg beschreibt in seinem Buch “The Miracle of Fasting” sogar, dass er sichtbare Mengen körperfremder Substanzen während einer 10-Tage Fastenkur ausgeschieden hatte, was mit gewaltigen positiven Effekten für seine Gesundheit und Vitalität verbunden war. Auch wenn es nicht immer zu solch dratischen Ergebnissen führen muss - jeder der bisher gefastet hat, konnte nach der Kur eine merkliche Verbesserung seiner Gesundheit verspüren.

Saftkuren

Saftkuren liegen derzeit voll im Trend und sind mittlerweile auch unter dem engl. Begriff Juice Cleansing bekannt. Das Saftfasten ist die mildere Form des strikten Wasser-Tee-Fastens und geeignet für alle, denen das normale Fasten zu anstrengend ist.

So funktioniert es
Du trinkst über mehrere Tage nur Gemüsesaft und versorgst dich so mit Ballaststoffen, Vitaminen, Mineralien und Enzymen. Dein Körper bekommt nur das, was er unbedingt benötigt. Alles andere lässt du weg. So kann sich Dein Organismus ähnlich wie beim strengen Fasten erholen und entgiften.

Weitere Vorteile des Saftfastens sind Gewichtsverlust, ein besseres Hautbild und die Stärkung des Immunsystems. Die Säfte werden aus Bio-Gemüse erzeugt. Entweder stellst du sie in Form von Smoothies selber her oder kaufst fertige Säfte in Bio-Supermärkten oder Reformhäusern. Dort findest du eine große Auswahl, z.B. Karottensaft oder Rote-Beete-Saft.

Mittlerweile hat sich eine „Saftindustrie“ etabliert, die sich auf Saftkuren spezialisiert hat und verschiedene Säfte im Paket für Mehr-Tages-Kuren verschickt. Solche Produkte sind allerdings teuer und nicht gerade effektiv, weil sie auch süße Obstsäfte enthalten. Fruchtsäfte enthalten einen hohen Säureanteil und weniger Mineralien als Gemüse. Ein hoher Fruchtzuckergehalt führt nicht zum gewünschten Effekt. Fructose liefert zwar schnell Energie und lässt den Blutzuckerspiel in die Höhe schießen, er kann dann aber auch schnell wieder abfallen. Ein schwankender Blutzuckerspiegel ist nicht gerade gut für Deine Gesundheit.

Du kannst Deinen Gemüsesäften auch Kräuter hinzufügen - z.B. Petersilie oder andere grüne Kräuter. Um sich auf die Saftkur vorzubereiten, ist es am Besten, wenn du zwei Tage vorher damit anfängst, weniger und bewusster zu essen. Nach der Kur solltest du mit dem Essen langsam beginnen und die Nahrungszufuhr allmählich steigern. So überforderst Du Deinen Körper nicht.

Bekannte Nebenwirkungen von Saftkuren sind Kälteempfinden, Kreislaufprobleme, Verdauungsprobleme, Übelkeit, Hautausschlag, Kopfschmerzen oder Verstimmungen. Nach Beginn der Kur kann es bei einigen Menschen zu Erstverschlimmerungen kommen, beispielsweise pickelige Haut. Das ist nicht ungewöhnlich, weil dein Körper sich erst umstellt und schädliche Stoffe ausleitet.

Chelat Therapie / Medizinischer Ansatz

Die Chelat-Therapie ist ein medizinisches Verfahren, das bei der Entgiftung von krankmachenden Schwermetallen helfen soll. Die Wirkung des sog. Chelatbildners EDTA wurde zum ersten Mal in den 1940er Jahren bekannt, als in den USA Arbeiter einer Bleibatterien-Fabrik und Matrosen, die bleihaltige Substanzen an Kriegsschiffen anbringen mussten, mit EDTA behandelt wurden. Beide Personengruppen litten an Bleivergiftungen und konnten sich durch die Behandlung zügig erholen.

Wie funktioniert die Chelat-Therapie?
Der Begriff Chelat stammt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt so viel wie Schere oder Zange. Bei der ambulanten Behandlung in Form von Infusionen werden sogenannte Chelatoren oder Chelatbildner eingesetzt, die als Bindemittel dienen. Sie haben die Eigenschaft, giftige Metalle zu binden und wasserlöslich zu machen. Das ist eine wichtige Voraussetzung, um Schwermetalle aus dem Körper herauslösen zu können.

Chelate bestehen aus künstlichen Aminosäuren. Die wichtigsten heißen EDTA (Ethylen-Diamin-Tetra-Aceta"), DMSA (Dimethylbersteinsäure), DMPS (Dimercapto-1-propansulfonsäure) und DTPA (Diethylentriaminpentaessigsäure). Die Moleküle dieser Aminosäuren umschließen Schwermetalle, wie Blei oder Quecksilber und machen sie unschädlich.

Anschließend leiten Sie diese schädlichen Metalle über die Nieren aus dem Körper aus. Umweltmediziner wenden die Therapie bei akuten oder chronischen Schwermetallvergiftungen schon seit Jahren erfolgreich an.

In Deutschland werden bei den Infusionen nur Wirkstoffe eingesetzt, die vom Bundesgesundheitsamt zugelassen sind. Falls du an einer Chelat-Therapie interessiert bist, solltest Du vorab mit deinem Arzt sprechen. Die verschiedenen Chelate werden je nach Schwermetallvergiftung individuell eingesetzt. Eine Therapie ist deshalb nicht bei jedem genau gleich und muss abgestimmt werden.

Bei geringfügigen Vergiftungen kannst du auch Zäpfchen oder Kapseln nehmen.
Weil bei einer Chelat-Therapie auch gesunde Metalle ausgeschwemmt werden, die der Körper benötigt, ist eine anschließende Infusion mit ebensolchen Metallen immer empfehlenswert.

Nebenwirkungen, Nachteile und Vorbehalte gegenüber der Chelat Therapie
Schlimmere Nebenwirkungen der Chelat-Therapie sind bislang nicht bekannt. Bei einigen Patienten wurden Symptome wie Müdigkeit, Veränderung des Blutdrucks und Blutzuckers oder leichte Schmerzen beobachtet.

Der Hauptnachteil von Chelat-Therapien ist ihr Preis: Die Infusionen sind teuer (ab 100 Euro aufwärts pro Infusion) und werden von praktisch keiner Krankenkasse übernommen. Da für eine Chelat-Therapie oft 20 oder mehr Infusionen angesetzt werden, um die gewünschte Wirkung zu erreichen, kann diese Entgiftungsmethode schnell ins Geld gehen (2.000 und mehr EUR)

Chelat-Therapien werden auch bei anderen Krankheitssysmptomen eingesetzt. Dazu gehören beispielsweise Arterienverkalkung, Gelenksentzündungen oder Krebserkrankungen.

Die Schulmedizin lehnt Chelat-Therapien bisher ab, weil bislang keinerlei Beweise für ihren Erfolg vorliegen und ihr Nutzen somit ungeklärt ist. Es gab zwar schon verschiedene Studien, diese konnten jedoch noch keine fundierten Nachweise erbringen.