Matcha Tee » Alles über das japanische Grüntee Pulver

Matcha Tee

Matcha Tee ist fein gemahlener Grüntee aus Japan, der durch eine Beschattung der Tee-Pflanze und eine spezielle Verarbeitung, seine satte Farbe und seinen einzigartigen Geschmack erhält. Da das grüne Pulver mitgetrunken wird, ist der gesundheitliche Effekt um ein vielfaches stärker als bei einem normalen Grüntee Aufguss.

Die einzigartigen Inhaltsstoffe sind gut für das Gedächtnis und fördern die Konzentration und Produktivität. Sie können als Prophylaxe bei Erkrankungen wie Alzheimer, Krebs- und Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes und Multipler Sklerose (MS) dienen, sie helfen beim Abnehmen und sind eines der wirkungsvollsten Anti-Aging Mittel, da sie sich schützend auf die Telomere (die Endkappen der Chromosomen, die für die Zellteilung verantwortlich sind) auswirken.

Von den gesundheitlichen Effekten abgesehen, eröffnen in Deutschland immer mehr noble Teesalons und zelebrieren den Kult ums grüne Pulver, das einst der japanischen Oberschicht vorbehalten war. Starbucks und Mc Cafe bieten inzwischen Matcha-Latte in allen möglichen Variationen an. Vom super gesunden Tee über grünes Speiseeis bis zum Cocktail erobert Matcha die Welt.

Der feine Geschmack von Matcha Tee - Umami

Matcha Tee Geschmack

Matcha Tee schmeckt intensiv nach grünem Tee und dennoch ist der Geschmack mild. Je nach Sorte und Dosierung kann der Matcha frisch, fruchtig oder sogar leicht süßlich schmecken. Auf jeden Fall ist ein hochwertiger Matcha Tee nicht bitter, sondern sehr wohlschmeckend.

"Wohlschmeckend" ist in Japan neben süß, salzig, bitter und sauer ein fünfter Geschmackssinn und heißt Umami (旨味). Mit seinem einzigartigen und vollmundigen Aroma hebt sich Matcha von anderen grünen Teesorten deutlich ab und bringt auch Menschen zum Schwärmen, die sich bislang nicht für Grüntee begeistern konnten.

Wer einen sehr intensiven Geschmack mit herberer Note mag, kann den Matcha dickflüssiger zubereiten. Diese Variante wird als Koicha (濃茶) bezeichnet, im Gegensatz zum dünnflüssigeren Usucha (薄茶). Koicha wird gerne zu besonderen Anlässen und im Sadō (茶道) angewendet.

Matcha Tee Geschichte und Herkunft

Der Matcha Tee kommt ursprünglich aus China, wo er seit dem 6. JH in der TCM als Naturheilmittel Verwendung findet. Chinesische Zen-Buddhisten nutzen den Tee bereits, als im 12 JH der japanische Mönch Myoan Eisai auf seiner China Reise den Matcha Tee kennenlernte. Er war so begeistert, dass seit seiner Rückkehr, Macha auch in Japan hergestellt wird. Während in China der Matcha Konsum in Vergessenheit geriet, erlebte Japan im 16. JH einen regelrechten Matcha Boom.

Der Zen-Meister Sen no Rikyū entwickelte den ‘Weg des Tees’, den Sadō. Cha bedeutet Tee und Do steht für Weg. Es gab einen regelrechten Kult um Matcha; neben den Mönchen zelebrierten mit der Zeit die Samurai und später die gesamte Oberschicht Japans Tee-Rituale. Von Anhängern des Sadō wird häufig Wert darauf gelegt, es würde sich hierbei nicht um ein Tee-Ritual bzw. eine Tee-Zeremonie handeln, sondern um eine innere Einstellung bzw. Lebenshaltung: die des Tee-Weges. Auf jeden Fall wurde – und wird bis heute – zu besonderen Anlässen Matcha Tee im Sinne des Sadō zubereitet. Selbst in Deutschland gibt es Japanische Teeschulen, um das ‚Tee-Ritual‘ zu erlernen oder den Weg des Sadō zu beschreiten.

Matcha Tee Bedeutung und Aussprache

Matcha Tee Kanji Schriftzeichen

Der Begriff Matcha kommt aus Japan und beseht aus 2 Schriftzeichen (Kanji) 抹茶. Das Erste Schriftzeichen 抹 (Ma) bedeutet “gemahlen” und das zweite Zeichen 茶 (Cha) bedeutet “Tee”.

Übersetzt bedeutet “Matcha” einfach “gemahlener Tee”. 抹 (Ma) wird mit betonung auf das “A” gesprochen, ähnlich wie bei Mama. 茶 (Cha) wird wie “Tschah!” gesprochen, wobei das “tsch” nur extrem kurz, betont wird.

Matcha Tee Aufbewahrung und Haltbarkeit

Um lange Freude am frischen Geschmack des Matcha zu haben, muss dieser möglichst luftdicht verschlossen und vor Licht geschützt im Kühlschrank aufbewahrt werden. Sonnenlicht oder temperaturen über 20°C können Wirkung und Geschmack beeinflussen. Gute Anbieter verkaufen Matcha in luftdicht schließenden Dosen oder in vakuumierten Verpackungen. Dennoch sollte Matcha Tee möglichst schnell verbraucht werden, nachdem die Packung einmal angebrochen ist. Schon nach 2 bis 3 Wochen nimmt die Qualität des Geschmacks ab. Daher werden Dosen für den privaten Gebrauch auch meist mit 20-40 Gramm Inhalten angeboten.

Eine Besonderheit stellt eine deutsche Firma (Keiko) dar, die seit Jahrzehnten auf Grüntee spezialisiert ist: Sie mahlt die Teeblätter für ihren Matcha in Deutschland, mit eigenen Granitmühlen und verpackt ihn unter Schutzatmosphäre. Dieser ganz frisch hergestellte Matcha ist besonders reich an Antioxidantien. In Deutschland ist dies die einzige Möglichkeit, Matcha Tee mit Japanischen Qualitätsniveau zu erhalten.

Matcha Tee Herstellung und Anbau?

Beschattung eines Tee-Felds

Der Geschmack und die Qualität gehen auf speziellen Anbau- und Herstellungsmethoden zurück. Die Teepflanzen werden die letzten 2 bis 4 Wochen vor der Ernte mit Netzen oder Bambusmatten beschattet, dass das einfallende Sonnenlicht bis zu 90% reduziert wird (Vollbeschattung).

Durch den verringerten Lichteinfall entwickeln sie weniger Bitterstoffe wie Tannine, jedoch verstärkt Chlorophyll, Aminosäuren und L-Theanin.

Dem hohen Anteil an Aminosäuren ist der angenehm milde Geschmack des Matcha Tee zu verdanken.

Der auf den Schattenplantagen gewonnene Tee wird als Tencha bezeichnet und ist die Grundlage für den echten Matcha, der ausschließlich aus vollbeschattetem Anbau stammt. Wenn zur Beschattung Dächer aus Bambusmatten verwendet werden, wird der Tee von Hand geerntet. Das sind nur einige Gründe, warum Premium Matcha Tee so hochpreisig ist.

Im Anschluss an die Ernte werden die Teeblätter mit Wasserdampf gedämpft, um die Fermentationsprozesse im Blatt zu stoppen. Dadurch bleibt der Tee grün und frisch und die meisten Inhaltsstoffe bleiben erhalten. Nach der Trocknung werden die Teeblätter zu Pulver vermahlen. Traditionell verwendet man dazu Granitmühlen. Nur diese erzeugen das ultrafeine Pulver, das ein weiteres Merkmal für die höchste Qualität des Matcha Tees ist.

Damit die Teeblätter überhaupt in Granitmühlen vermahlen werden können, müssen sie zuvor vom Stängel und Blattgerippe befreit werden. Nur das reine und feinste Blattfleisch (japanisch Tencha), das noch ca. 45% des Blattes ausmacht, kann in den Granitmühlen zermahlen werden. Damit sich die Mühle nicht zu sehr erwärmt, bewegt sie sich langsam. Für die Herstellung von rund 30 g Matcha Pulver benötigt sie eine Stunde.

Diese Kunst des Tee-Anbaus wie auch des Zermahlens mit Granitmühlen in traditioneller Weise beherrschen selbst in Japan nur wenige Teeanbauer. Dementsprechend kostbar ist der Tencha. Der Anbau und die Ernte des Tencha Tees, ist in 360Grad Reportage "Kyushu Wo Japans grüner Tee wächst" sehr gut zu sehen.