Luzides Träumen » Infos und Anleitungen zum ersten Klartraum

Luzides Träumen

Luzides träumen (auch Klartraum oder Wachtraum genannt) ist, wenn Du Dir bewusst darüber bist, dass Du gerade träumst. Viele Menschen haben dieses Erlebnis auch ohne sich dessen bewusst zu sein: Sie befinden sich inmitten einer bunten Traumwelt und denken sich plötzlich “Hey, das ist ein Traum, ich träume gerade!”

Durch diese Erkenntnis wird der Traum nicht nur intensiver wahrgenommen, Du bekommst auch Deine Entscheidungsfähigkeit bzw. Deinen freien Willen zurück und kannst entscheiden, ob Du in Deiner Traumwelt nach links oder nach rechts läufst, ob Du den Himmel oder eine Pflanze auf dem Boden betrachtest usw.

Das Schöne ist, dass sich die Traumwelt sich absolut real anfühlt. Du kannst sehen, hören, riechen, fühlen, schmecken - alles genauso wie im echten Leben auch.

Der Unterschied zu unserer täglichen Realität ist, dass Du im Traum keine Limitierung hast. Durch Wände gehen, ins Weltall fliegen, ein früheres Leben besuchen oder eine komplett unreale Sci-Fi-Welt erkunden, sind nur ein paar Beispiele für spannende Aktivitäten im Klartraum.

Was bringt mir ein Klartraum?

Neben reinem Entertainment und Spaß kann ein luzider Traum für die persönliche Entwicklung nützlich sein. Bewegungsabläufe können geübt werden, Komponisten und Künstler haben eine unendliche Quelle für kreative Ideen, versteckte Ängste und emotionale Lasten können aufgelöst werden usw.

Folgende Anwendungen hat ein Klartraum

  • fordere Deine größte Angst heraus
  • frage Deinen “Schwarm” wie Du ihr/sein Herz gewinnen kannst
  • sprich mit Deinem Unterbewusstsein
  • übe einen bestimmten Bewegungsablauf
  • Frage eine Traumgestalt um Rat

Und Vieles mehr!

Luzides Träumen lernen - eine Anleitung

Das Luzide Träumen kann man lernen! Das bedeutet, dass Du regelmäßig im Traum bewusst wirst, der luzide Zustand für längere Zeit anhält und Du Kontrolle über das Traumgeschehen hast. Wie schnell Du dieses Ziel erreichst, hängt von Deinem Einsatz und Deiner körperlich- geistigen Verfassung ab. Ja, es gibt einige Naturtalente, die mit wenig Aufwand jede Nacht luzide Träumen haben und manche schaffen es trotz intensiven Übens nicht, mehr als 3 Klarträume pro Jahr zu haben. Die Meisten, also vermutlich auch Du, befinden sich irgendwo zwischen diesen beiden Extremen. Wie lange es dauert, bis Du Deinen ersten Klartraum bekommst, kannst Du Dir also nur selbst beantworten, indem Du anfängst zu üben. Doch bevor ich Dir die gängigsten Techniken zum Klarträumen zeige, solltest Du ein grundlegendes Wissen über die Schlafphasen, Deine Traumerinnerung und das falsche Erwachen haben.

Techniken für Luzides Träumen

Es gibt inzwischen unzählige Techniken, um luzide Träume zu induzieren. Einige sind frei erfunden, andere meiner Meinung nach veraltet und einige sind leider sehr schwer zu erlernen oder nicht mit dem Alltag zu vereinbaren. Ich werde jede Technik aus meiner eigenen Erfahrung bewerten und diese ist nicht immer positiv. Ich lade Dich allerdings herzlich dazu ein, meine Erfahrung nicht vorbehaltlos zu teilen, sondern mit den verschiedenen Techniken zu experimentieren und auszuprobieren, was für Dich am besten funktioniert. Denn das Luzide Träumen ist eine individuelle Angelegenheit, für die es keine allgemeingültige Formel gibt.

Lucid Dreaming Autopilot

Wenn Du einfach schnell und unkompliziert luzide träumen möchtest, hol Dir das “Lucid Dreaming Autopilot Paket”. Es enthält ein E-Book mit den effektivsten Übungen und 2 Audios (eine geführte Entspannungsübung und eine Hypnose zum Anhören).

Realitätschecks

Die Realitätschecks (kurz RC) sind wohl die bekannteste und auch älteste Form der Klartraumtechniken. Das Prinzip ist dabei recht einfach. Du gewöhnst Dir an, im Alltag mehrfach Deine Realität zu prüfen, ob es sich um einen Traum handelt oder nicht. Die einfachste Form ist, sich selbst zu fragen “ist das ein Traum?”. Um ganz sicher zu gehen, kannst Du Deine Nase mit Daumen und Zeigefinger zuhalten und versuchen durch diese weiter zu atmen. Im Traum wird das funktionieren. In der Realität nicht.

Nun musst Du Dir angewöhnen diese Realitätschecks so regelmäßig durchzuführen, dass Du diese aus reiner Gewohnheit im Traum wiederholst. Sobald Du mit zugehaltener Nase im Traum stehst und trotzdem Atmen kannst, wird Dir klar, dass es sich um einen Traum handelt und Du erhältst Deinen freien Willen wieder zurück.

Welche Realitätschecks sind die Besten?

Es gibt unzählige Realitätschecks, die Du zu jeder Zeit im Alltag anwenden kannst. Doch nicht alle sind zuverlässig! Ein Realitätscheck kann Dir im Traum auch das falsche Ergebnis liefern und Dich weiterhin im Trübtraum (unbewussten Traum) lassen.

Ein gängiger Realitätscheck ist zum Beispiel, die Finger einer Hand zu zählen. Im Traum hast Du nicht immer 5 Finger oder überhaupt eine Hand. Doch es kann passieren, dass sich Deine Hand im Traum ganz normal verhält, sprich 5 Finger besitzt, dann würdest du zu dem falschen Schluss kommen, dass es sich um keinen Traum handelt.

Deswegen solltest Du unbedingt Realitätschecks wählen, die im Traum immer anders sind, als im Wachleben. Folgende 3 kann ich Dir empfehlen:

Durch die geschlossene Nase Atmen
Bei diesem RC hältst Du Dir mit Daumen und Zeigefinger die Nase zu und versuchst dennoch durch diese ganz normal weiter zu atmen. Im Wachzustand wird das nicht funktionieren. Im Traum kannst Du aber ganz normal weiter atmen.

Tipp: Mach den Realitätscheck mehrfach hintereinander. Halte Dir also die Nase zu und spüre genau, was passiert. Dann lass die Nase wieder los und mach 2-3 normale Atemzüge, bevor Du die Nase ein zweites und drittes Mal verschließt. Im Wachzustand ist der Unterschied klar erkennbar: Nase zu bedeutet keine Luft. Im Traum wirst Du ganz normal weiteratmen können.

Wenn Du bei geschlossener Nase keine Luft bekommst, dann sage zu Dir selbst: “Das ist KEIN Traum, weil ich keine Luft bekomme. Wenn ich jetzt Luft bekommen würde, dann würde ich mich jetzt in einem Traum befinden.”

Buchstaben ansehen / Lesen
Realitätscheck mit Buch Im Traum verhält sich Schrift immer abnormal. Entweder verändern sich die Zeichen ständig, sind verdreht oder die Wörter “tanzen” durcheinander. Wenn Du im Wachzustand etwas ließt und die Schrift verändert sich nicht, bist Du wach. Verändert sich die Schrift, träumst Du.

Um den RC durchzuführen, musst Du einfach ein Buch, Zettel oder sonst irgendwas mit Schrift nehmen und Dir einfach einen Satz genau durchlesen. Blicke dann kurz zur Seite und schau Dir denselben Satz nochmals an. Wenn dieser sich nicht verändert hat, sage zu Dir selbst: “Die Schrift hat sich nicht verändert, deswegen ist das kein Traum. Wenn sich die Schrift verändert hätte, dann wäre ich jetzt in einem Traum!”

Mit geschlossenem Mund sprechen
Realitätscheck mit geschlossenem Mund Dieser Realitätscheck ist mein Favorit, da ich ihn mir selbst ausgedacht habe. Er ist zugegebenermaßen ein Abkömmling der “geschlossenen Nase”.

Frage Dich dabei selbst laut: “Ist das ein Traum?” Presse dann Deine Hand fest auf Deinem Mund und versuche laut und deutlich zu sagen “Ja! Das ist ein Traum”. Wenn nur “mumpf” zu hören ist, bist Du wach.

Doch wenn Du Dich selbst sagen hörst “Ja! Das ist ein Traum”, hast Du Dir die Frage sozusagen selbst beantwortet. Leider ist er im Gegensatz zur geschlossenen Nase nicht wirklich gesellschaftstauglich. Doch morgens nach dem Aufwachen bekommt es ja niemand mit.


Die oben genannten Beispiele sind sehr zuverlässig. Dennoch kann es sein, dass diese im Traum nicht funktionieren. Besonders wenn Du die Realitätschecks im Alltag nur halbherzig und als reinen Automatismus durchführst, wirst Du im Traum zur falschen Erkenntnis kommen. Deswegen solltest Du gerade am Anfang folgende Tipps unbedingt befolgen.

  • Lass Dir für die RC’s ausreichend Zeit.
  • Atme 3x tief durch, bevor Du beginnst.
  • Mach nicht nur einen RC, sondern 2 - 3 hintereinander.
  • Kombiniere die RC’s mit einem kritischen Bewusstsein und frage Dich immer “Ist das ein Traum? Könnte das ein Traum sein?”

Kritik an den Realitätschecks
Ich bin ehrlich gesagt kein besonderer Fan der Realitätschecks, da man als Voraussetzung ein sehr gutes Traumbewusstsein (bzw. Traumerinnerung) haben muss. Wenn Du Dich also kaum an Deine Träume erinnern kannst, wirst Du mit den Realitätschecks wenig Erfolg haben.

Der zweite Grund ist, dass es trotz regelmäßiger Durchführung keine Garantie gibt, dass ich dies auch in den Traumzustand übernehme. Die Theorie ist, dass die Realitätschecks so sehr zur Gewohnheit werden, dass ich diese automatisch auch im Traum anwende. Nach diesem Prinzip müsste ich bereits jetzt von meinen bestehenden Gewohnheiten träumen, wie zum Beispiel von meinem Weg zur Arbeit oder dem Gang zur Toilette. In der Praxis sind meine Träume und mein Wachzustand so unterschiedlich, dass egal wie stark ich mir etwas angewöhne, es im Traum keinerlei Bedeutung mehr hat.

Doch viele sehr erfolgreiche Klarträumer schwören auf die Realitätschecks, da sie anscheinend sehr gute Erfolge damit haben. Und ja, um ein falsches Erwachen sofort zu identifizieren, empfehle ich Dir unbedingt immer einen Realitätscheck durchzuführen, sobald Du aufgewacht bist. Noch bevor Du Dich bewegst oder aus dem Bett steigst.

Mindsurfing

Für diese Technik musst Du Dir einen Wecker stellen, der Dich nach 4-6 Stunden Schlaf weckt. Dann bleibst für kurze Zeit wach, um nicht gleich wieder einzuschlafen, wenn Du die Technik anwendest. Nach 5 - 50 Minuten Wachphase legst Du Dich mit dem festen Vorsatz, Dich beim nächsten Erwachen nicht zu bewegen und die Augen nicht zu öffnen, wieder ins Bett. Dann kannst Du als Erstes versuchen, Dein Bewusstsein von Deinem Körper zu trennen, indem Du Dir vorstellst, Du “rollst” Dich aus Deinem Körper heraus. Die Bewegung findet dabei nur in Deiner Vorstellung statt. Dein Körper sollte sich nicht bewegen. Wenn Du Glück hast, rollt sich Dein Traumkörper aus Deinem physikalischen Körper heraus und Du befindest Dich in einem Klartraum.

Wenn die Trennung von Geist und Körper nicht klappt, gibt es Zwischenübungen, die Deinen Körper immer weiter einschlafen lassen, während Dein Bewusstsein durch die Konzentration auf die Zwischenübungen erhalten bleibt. Nach 2 - 3 Zwischenübungen versuchst Du Dich wieder von Deinem Körper zu trennen, bis es klappt.

Das Mindsurfing stammt ursprünglich vom russischen Traumforscher Michael Raduga. Bekannt gemacht wurden diese durch Orkhan Azimov auf Youtube.

Da der größte “Nachteil” der Übungen ihre Komplexität ist und es eine Weile dauern kann, bis man den Ablauf richtig verstanden hat, habe ich zusammen mit Orkhan eine genaue Mindsurfing-Anleitung als kostenloses Mini-eBook verfasst. Wenn Du das Mindsurfing lernen möchtest, lies es Dir durch und schau Dir das dazugehörige Videoseminar von Orkhan an. Beides findest Du unter folgendem Link: www.luzides-träumen.com/mindsurfing-seminar-2

Auch bei den Mindsurfing-Seminaren von Michael Raduga sollen im Schnitt 90% aller Teilnehmer einen luziden Traum erleben. Es lohnt sich also, diese Technik auszuprobieren.

Polyphasischer Schlaf

Was ein polyphasischer Schlafrhythmus ist und wie man ihn erlernt, habe ich bereits in einem eigenen Artikel ausführlich beschrieben (siehe www.perfect-lifestyle.net/time/polyphasischer-schlaf). Es ist meiner Meinung nach die effektivste Methode, um mehrfach am Tag luzide zu träumen. Der große Nachteil ist, dass die meisten Menschen wegen Beruf, Alltag oder Familie nicht polyphasisch schlafen können. Abgesehen davon ist die Umstellung ziemlich hart.

Beim polyphasischen Schlaf schläfst Du 6x für 20 Minuten gleichmäßig über den Tag verteilt. Dadurch lernt Dein Körper / Geist nach 2-3 Wochen, sofort nach dem Einschlafen in eine Traumphase (REM-Phase) einzutreten. Normalerweise passiert das frühestens nach 90 Minuten, wodurch das Wachbewusstsein irgendwo in der ersten Tiefschlafphase verloren geht. Durch den polyphasischen Schlaf kann Dein Bewusstsein den Eintritt in die Traumwelt aktiv miterleben, was jede polyphasische Schlafphase zu einer luziden Traumphase werden lässt.

Klartraum Abkürzungen und Prinzipien

Die folgenden Abkürzungen werden Dir immer wieder begegnen, wenn Du Dich mit den Klarträumen beschäftigst. Oft werden diese Abkürzungen als Techniken beschrieben, doch das stimmt meiner Meinung nach nicht. Es sind Prinzipien bzw. Kategorien, denen man Techniken zuordnen kann. So passen das Mindsurfing und der polyphasische Schlaf zur Kategorie WILD, während Hypnose oder Realitätschecks auf dem DILD oder MILD Prinzip basieren.

WILD (Wake Induced Lucid Dream)

WILD Wake Induced Lucid Dream WILD bedeutet, das Bewusstsein vom Wachzustand in den Traum mitzunehmen. Die Mindsurfing-technik oder das Yoga Nidra verwendet dieses Prinzip.

Eine weitere Form des WILD-Prinzips ist, durch Meditation oder progressive Muskelentspannung den Körper so sehr zu entspannen, dass dieser einschläft bzw. in eine Schlafparalyse fällt, während das Bewusstsein erhalten bleibt.

Mal abgesehen davon, dass es sehr schwer ist, diesen Punkt überhaupt zu erreichen, ist der Übertritt in die Schlafparalyse mit unangenehmen Begleiterscheinungen versehen. Unheimliche Begegnungen, laute Geräusche, wirre Bilder (auch "Hypnagoge Bilder" genannt) oder eine starke Vibration im Körper können auftreten, bevor man sich in einem luziden Traum wiederfindet.

DILD (Dream Induced Lucid Dream)

DILD Dream Induced Lucid Dream Hierbei wird der Traum durch den Traum selbst induziert. Zum Beispiel, indem Du einen Realitätscheck durchführst oder Du eine unrealistische Szene siehst, die Dich luzide werden lässt.

Weitere Techniken sind, sich wiederkehrende Traumsymbole zu merken oder eine Traumgestalt darum zu bitten, Dich beim nächsten Traum daran zu erinnern, dass Du gerade träumst. Letzteres ist nur durch einen Klartraum selbst umsetzbar und wird deswegen auch als L-DILD (Lucid Dream Induced Lucid Dream) Prinzip bezeichnet. Spätestens jetzt ist klar, dass manche Klarträumer einen an der Klatsche haben.

MILD (Mnemonic Induced Lucid Dream)

MILD Mnemonic Induced Lucid Dream Unter MILD-Techniken versteht man alles, was durch eine Erinnerung aus dem Wachzustand ausgelöst wird. Deswegen passen Realitätschecks auch in diese Kategorie.

Eine weitere Technik dieser Kategorie ist die Autosuggestion. Dabei überzeugst Du Dich vor dem Schlafen gehen, dass Du sicher einen luziden Traum haben wirst.

Ich wiederhole immer folgende Sätze in meinem Kopf und versuche mir auch genau vorzustellen, was das bedeutet und wie es sich dann anfühlen wird.

  • “Heute Nacht werde ich luzid Träumen”
  • “in 2-3 Stunden werde ich mich in einem Traum befinden”
  • “den nächsten Traum werde ich als solchen erkennen”
  • “Ich werde in meinem Klartraum als erstes XY machen”
  • usw.

Diese Technik funktioniert erstaunlich gut und ist mit wenig Aufwand umzusetzen.

DEILD, HILD, FILD, IILD, EILD, LILD, SSILD?

[Achtung Satire!] Liebe Klartraum-Community. Ich weiß Ihr seid mächtig stolz auf Eure Abkürzungen. But this is BS! Jeder Anfänger dreht dabei durch und nicht jede Technik ist erwähnenswert oder verdient eine eigene Bezeichnung/Abkürzung.

Wer das überprüfen möchte, kann jede Abkürzung in Klartraumwiki nachlesen und wenn die BYHOTW-ILD nicht funktioniert hat, habt ihr es einfach nicht ernsthaft genug versucht.

P.S. Nehmt es locker, ist nicht böse gemeint [Ende der Satire]

Weitere Infos, Tipps und Hilfsmittel

Neben den praktischen Übungen gibt es noch eine Reihe weiterer Informationen, die für erfolgreiches luzides Träumen relevant sind.

Schlafphasen / Schlafzyklen

Wenn Du das luzide Träumen erlernen möchtest, musst Du ein grundsätzliches Verständnis über die menschlichen Schlafphasen haben. Wirklich träumen kannst Du nämlich nur während der REM-Phase (Rapid-Eye-Movement Phase).

Wie Du auf der Grafik sehen kannst, fallen wir nach dem Einschlafen erst einmal in eine Tiefschlafphase, wo wir unser Bewusstsein abgeben und die darauffolgende Traumphase nur noch als Film wahrnehmen.

Es gibt einige Techniken, die das umgehen und sofort in die Traumphase übergehen ohne das Bewusstsein zu verlieren. Dazu gehören die WILD-Methode, das Mindsurfing und der polyphasische Schlaf.

Tibetische Mönche sollen angeblich in der Lage sein, während der Tiefschlafphase luzide zu träumen. Die Voraussetzung dafür ist vermutlich ein entsprechender Lebenswandel. Zumindest habe ich in der westlichen Welt noch von keinen solchen Erfahrungen gehört.

Traumbewusstsein / Traumerinnerung

Traumtagebuch schreiben Menschen mit wenig oder keinem Traumbewusstsein bekommen von ihren Träumen nichts mit. Das Ergebnis ist, keinerlei oder nur wenig Erinnerung an die Träume der letzten Nacht. Wenn Du zu dieser Kategorie gehörst, wirst Du mit Realitätschecks oder der DILD-Methode kaum Erfolg haben. Die Lösung ist, es erst mal mit dem Mindsurfing oder der WILD-Methode zu probieren, bevor Du Dich mit regelmäßigen Realitätschecks abmühst.

Doch es gibt auch einige Möglichkeiten, das Traumbewusstsein bzw. die Traumerinnerung zu verbessern. Folgende Tipps solltest Du unbedingt ausprobieren.

  1. Gewöhne Dir an, Dich nach dem Erwachen nicht zu bewegen und die übrigen Traumbilder Revue passieren zu lassen.

  2. Dunkle Dein Schlafzimmer ab. Sonnenlicht lässt Deine Traumerinnerung dahinschmelzen.

  3. Konzentriere Dich vor dem Einschlafen auf Deine Träume und nimm Dir fest vor, Dich an diese zu erinnern.

  4. Führe ein Traumtagebuch und schreibe sofort alle Traumerinnerungen auf.

  5. Verändere Deine Bettposition und schlafe, falls möglich, bei geöffneten Fenster. Wenn ich direkt neben einem gekippten Fenster schlafe, verbessert sich meine Traumerinnerung deutlich.

  6. Nimm Silene Capensis, wie in diesem Artikel beschieben.

  7. Stell einen zweiten Wecker 1-2 Stunden vor Deiner regulären Aufstehzeit, geh auf die Toilette, trink ein Glas Wasser und wiederhole Punkt 3.

Falsches Erwachen

Falsches Erwachen Sobald Du Deine ersten Klartraum-Erfolge bekommst, wirst Du das falsche Erwachen kennenlernen. Mir ist es schon oft passiert, dass ich in einem Traum bewusst geworden bin und so aufgeregt war, dass ich nach 3 Sekunden der Freude aufgewacht bin. Das ist ziemlich ärgerlich, gerade wenn Du es nach langem Üben zum ersten Mal geschafft hast.

Manchmal erwachst Du tatsächlich und der Klartraum ist vorbei. Doch manchmal träumst Du nur, dass Du erwacht bist und der Traum geht wieder unbewusst weiter. Dein Bewusstsein durch ein falsches Erwachen zu verlieren, kannst Du verhindern, indem Du Dir angewöhnst, gleich nach dem Aufwachen einen Realitätscheck durchzuführen.

Dieser wird Dir Gewissheit darüber geben, ob du tatsächlich erwacht bist oder ob Dich Dein Unterbewusstsein austricksen wollte.

Klartraumkräuter

Es gibt einige Pflanzen, Wurzeln und Kräuter, die das Traumbewusstsein verbessern. Eine Sammlung all dieser Kräuter findest Du auf klartraum-kraut.de. Besonders die afrikanische Traumwurzel Silene Capensis ist einen Versuch wert.

Luzides träumen Gefahren?

Gefahren im Klartraum Einige Leute behaupten, dass das Luzides Träumen gefährlich ist. Dabei wird gemutmaßt, dass man sich im Klartraum verlieren könnte und nicht mehr aufwacht oder zwischen Realität und Klartraum irgendwann nicht mehr unterscheiden kann. Bisher sind allerdings alle Klarträumer wieder ins Wachleben zurückgekehrt und noch niemand hat den Unterschied zwischen Traum und Wachzustand vergessen. Im Gegenteil! Um erfolgreich luzide träumen zu können, musst Du lernen, besser zwischen Traum und Wachzustand zu unterscheiden, um einen Traum überhaupt als solchen erkennen zu können.

Ich kann diese Sorgen nicht teilen. Die größte Gefahr beim Klarträumen bleibt wohl vor lauter Aufregung einen Herzinfarkt zu erleiden. Aber das kann Dir im Wachleben genauso passieren.

Berühmte Entdeckungen im Klartraum

Klartraum Kreativität Das Klarträumen hat zu einigen Erfindungen und Innovationen beigetragen.

Manche Komponisten wurden durch luzide Träume inspiriert und mache Musikstücke sind komplett im Traum entstanden.

Hier eine Liste der erstaunlichsten Fälle, wobei nicht alle nachgewiesen oder bestätigt sind.

  • Albert Einstein soll die Idee für die Relativitätstheorie in einem Traum gehabt haben, in dem er mit hoher Geschwindigkeit Richtung Boden gefallen ist. Dies könnte allerdings auch nur ein Gerücht sein.

  • Giuseppe Tartini hat die Melodie der Teufelstrillersonate angeblich aus einem Traum, in welchem der Teufel ihm die Melodie auf einer Geige vorspielte. Am nächsten Tag versuchte er das Gehörte so gut es ging zu reproduzieren, was ihm aber nach eigenen Aussagen nicht ganz perfekt gelungen sei.

  • Paul McCartney hat nach eigenen Angaben die komplette Melodie des Songs “Yesterday” aus einem Traum.

  • August Kekulé soll die Idee für die Entdeckung des Benzolrings ebenfalls im Traum gekommen sein.

  • James Cameron sagte in einem Interview mit der Hollywood Today, dass er bei Avatar durch luzide Träume inspiriert wurde und er die Atmosphäre des luziden Träumens auf die Zuschauer übertragen wollte.

  • Christhoper Nolan hat sich für Inception ebenfalls aus eigenen luziden Träumen inspirieren lassen.

  • Stephen King beschreibt in seinem Roman Insomnia das luzide Träumen. In einem Interview gab er an, einiges an Inspiration aus seinen Träumen zu bekommen.

  • Richard Feynman ist ein berühmter amerikanischer Physiker, der in seinem Buch “Surely You're Joking, Mr. Feynman” ein ganzes Kapitel dem luziden Träumen gewidmet hat.

  • Richard D James aka. Aphex Twin ist Produzent für elektronische Musik und hat nach eigenen Angaben das Album Selected Ambient Works Volume II mit Hilfe von luziden Träumen komponiert.

Bücher und Dokumentationen

Wer tiefer in die Materie einsteigen möchte, der sollte mit folgenden Büchern beginnen.

Stephen LaBerge - Träume, was du träumen willst
Simon Rausch - Oneironaut
Paul Tholey - Schöpferisch träumen
Robert Waggoner - Klarträume - Wege ins Unterbewusstsein
Tenzin Wangyal Rinpoche - Übung der Nacht
Daniel Erlacher - Motorisches Lernen im luziden Traum
Brigitte Holzinger - Der luzide Traum